Verpackungsmaterial einkaufen. Gefahren und Risiken

Andreas Räber

Verpackungsmaterial gehört zu den Dingen in unserem Alltag, wo wir uns wenig, wenn überhaupt, Gedanken darüber machen. Wer würde schon vermuten, dass im Hintergrund ein herausfordernder Beschaffungsmarkt steht? Hintergründe im Vordergrund.

Mehr Onlinehandel, mehr Verpackungsmaterial. Eine Studie der ZHAW (Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften) zeigt: Seit Ausbruch der Corona-Krise erlebt der Onlinehandel einen regelrechten Boom. Besonders die Bereiche Lebensmittel, Elektronik, Multimedia, Sportartikel sowie Heim und Garten verzeichnen einen Bestell-Zuwachs bis weit über 50 Prozent. Etwa 82 Prozent der 330 befragten Online-Händler rechnen auch in Zukunft mit einem nachhaltigen Wachstum. (Quelle: zhaw.ch)

Die Gründe für diese Entwicklung sind vielschichtig: Lockdown-Phasen mit Schliessung von Geschäften, allgemeine Kontaktvermeidung, ein verändertes Freizeitverhalten (weniger Reisen, mehr Zeit zuhause) und vermehrtes Arbeiten im Home-Office verändern das Nachfrageprofil und bescheren dem Onlinehandel diese traumhaften Zahlen.

Dass von diesem unerwarteten Boom auch die Verpackungsindustrie profitiert, ist nur logisch, denn die Nachfrage nach Verpackungsmaterial steigt in den letzten Monaten ebenfalls stetig an. (Quelle: schweizerbauer.ch)

Verpackungsmaterial einkaufen. Gefahren und Risiken

Gefahren und Risiken beim Einkauf von Verpackungsmaterial

Ob Kartons, Polster- und Füllmaterialien, ob Etiketten, Folien oder Klebebänder – den Preis fürs Verpackungsmaterial muss jeder Händler mit einkalkulieren. Erst recht gilt dies, wenn die Ware für den Versandhandel bestimmt ist.

Verpackungspreise jedoch hängen von vielen unterschiedlichen Faktoren ab und können oft ganz plötzlich ansteigen. Mögliche Ursachen hierfür sind Rohstoffengpässe, Währungsschwankungen oder auch eine stark erhöhte Nachfrage, wie sie durch den pandemiebedingten Boom im Onlinehandel entstanden ist.

Einen weiteren Aspekt bilden Klimaschutz und Umweltverordnungen, die das Recycling fördern und die Abfallmenge reduzieren sollen. Ein Händler, der Einwegverpackungen aus Metall (Eisen, Aluminium) oder PET verwendet, muss sich beispielsweise zu deren Rücknahme verpflichten oder einen finanziellen Beitrag an die entsprechenden Verwertungsorganisationen entrichten.

Auch müssen Unternehmen, die ihre Ware an private Endverbraucher abgeben, ihre Verkaufsverpackungen durch Zahlung einer Gebühr «lizenzieren».

Quellen:

All dies sollte beim Einkauf von Verpackungsmaterial bedacht werden. Wer längerfristig plant und günstig einkauft, spart Geld und kommt auch dann nicht in Verlegenheit, wenn die Nachfrage unerwartet ansteigt. Allerdings ergibt sich hier gleich das nächste Problem:

Verpackungen auf Vorrat zu halten erfordert Lagerraum – und auch das ist eine Kostenfrage.

Verpackungen werden vielfach im billigen Ausland produziert.
Verpackungen werden vielfach im billigen Ausland produziert.

Sicherheit erhöhen durch vorausschauende Planung

Auf den ersten Blick scheint alles ganz selbstverständlich: Der Händler produziert seine Waren und die Verpackungsindustrie liefert die nötigen Verpackungen – zum gewünschten Zeitpunkt und in der gewünschten Menge. An einen möglichen Lieferengpass und seine Folgen denkt dabei kaum jemand. Die Corona-Pandemie hat jedoch gezeigt, wie schnell sich die Situation ändern kann.

Während die Umsatzzahlen im Onlinehandel steil nach oben gingen, musste auch die Verpackungsindustrie auf eine stark erhöhte Nachfrage reagieren.

Zugleich stiegen die Kosten für Personal und Rohstoffe. (Quelle: interpack.de)

Verpackungsbeschaffung bedeutet professionelles Management mit hohen logistischen Anforderungen.

Der Markt braucht Anbieter, die vorausdenken und ihre Kunden rechtzeitig über Preiserhöhungen informieren.

Es werden Verpackungshersteller gebraucht, die einen Lagerbestand in ihren eigenen Hallen anbieten, um ihren Kunden zusätzliche Lagerkosten zu ersparen. Händler wie Hersteller müssen mehr Weitblick entwickeln und stets flexibel bleiben, damit Verpackungsmaterial immer dort ausreichend zur Verfügung steht, wo es benötigt wird.

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